Fregatte LÜBECK – Erste Ausbildungsabschnitte erfolgreich

Neuigkeiten von der Lübeck:
Wilhelmshaven – In den vergangenen Monaten konnte die Fregatte LÜBECK erfolgreich ihre ersten Ausbildungsabschnitte absolvieren: Im März das ISEX (ISolated EXercises), gefolgt vom viertägigen NATO FORACS sowie dem Basic-Training im April.

FlugbetriebAm späten Abend des 09. März 2010 verließ die Fregatte LÜBECK ihren Heimatstützpunkt Wilhelmshaven, um nach langer Werftphase zu ihrem ersten Übungsabschnitt auf See aufzubrechen.

Bereits kurz nach dem Auslaufen ertönte die Alarmklingel zu einer ersten Übung im Rahmen des ISEX. Mensch und Maschine liefen in den darauffolgenden Wochen auf Hochtouren. Geübt wurden Rollen wie „Mann über Bord“, „Feuer im Schiff“ aber auch Flugbetrieb oder die Abwehr von Luftzielen. Es galt in möglichst realistischen Szenarien den Ernstfall zu erproben.

Den Abschluss des ISEX bildete die Seeklarbesichtigung Teil „See“ am 31.März durch den Kommandeur des 4. Fregatten-geschwaders. Der erste Meilenstein auf dem Weg zur Wiederherstellung der Einsatzfähigkeit des Schiffes war damit geschafft.

Nach einem kurzen Osterurlaub ging es am 10. April auf in Richtung Norwegen, zum NATO FORACS, wo das Schiff auf die Genauigkeit seiner Sensoren und Effektoren hin überprüft wurde.

LysefjordEin freier Tag am 16. April bot der Besatzung die Gelegenheit die „Europäische Kulturhauptstadt 2008“ Stavanger kennenzulernen. Davon machte die Besatzung reichlich Gebrauch. Die Region Stavanger ist darüber hinaus für ihre wunderschönen und atemberaubenden Fjorde bekannt. Eine Navigationsbelehrungsfahrt durch den Lysefjord bescherte der Besatzung eindrucksvolle Eindrücke des majestätischen Fjordes.

Zusammen mit dem Hohlstablenkboot SIEGBURG begann am 19. April das Basic-Training (vormals SAGA B) in der Neustädter Bucht. Während des BASICTRAINING wurden verschiedene Übungen für alle Bereiche des Schiffes durchgeführt. Im Kern geht es bei dieser Gefechts- ausbildung darum, das Zusammenwirken der einzelnen Teilbereiche des Schiffes im internen wie externen Gefecht zu üben. Durch die Ausbilder des EAZS (Einsatz- und Ausbildungszentrum Schiffsicherung) eingespielte Fehler in den Sensoren und Effektoren mussten gefunden und beseitigt, sowie externe Bedrohungen im Rahmen einer simulierten operativen Lage abgearbeitet werden. Zur realitätsnahen Darstellung kamen täglich mehrere Flugzeuge als Luftzieldarstellungsmittel zum Einsatz. Jedes Besatzungsmitglied – vom Rudergänger bis zum Kommandanten – wurde hier auf seiner Position gefordert. Eine kontinuierliche Leistungssteigerung war erkennbar und so konnte der Kommandeur des EAZS, Kapitän zur See Matthias Metz zum Abschluss der Ausbildung folgendes Kompliment machen: „Müsste ich einen Verband für einen Einsatz zusammenstellen, so wäre die LÜBECK sicher dabei!“.

Wie von der „Lucky LÜBECK“ gewohnt, wurden alle Ausbildungsabschnitte mit hoher Motivation, Erfolg und einem Lächeln im Gesicht gemeistert.

Bis Mitte Juli wird die Fregatte LÜBECK nun im Rahmen des German Operational Sea Trainings (GOST) in den Übungsgebieten vor Plymouth, England das bisher Gelernte im Zusammenspiel mit anderen Einheiten eines Verbandes anwenden müssen. Der GOST ist der letzte und zentrale Baustein zur Herstellung der vollen Einsatzfähigkeit für die aktuellen Einsätze der Deutschen Marine. Hier gilt es unter Beweis zu stellen, dass Schiff und Besatzung den Anforderungen der Flugabwehr, Seezielbekämpfung, U-Bootjagd, Seemannschaft, aber auch allen eventuellen Schadensfällen und den Aufgaben im Rahmen der humanitären Hilfeleistung voll gewachsen sind. Dabei zählt es nicht nur als einzelnes Schiff diesen Nachweis zu erbringen, sondern diese Aufgaben auch als Führungsschiff eines Verbandes zu übernehmen. Bis zum 15. Juli, dem Tag der Final Inspektion, werden Schiff und Besatzung unter Beweis stellen, dass sie wieder voll einsatzfähig und bereit für die kommenden Aufträge sind.

Timo Gruber
Oberleutnant zur See
Presseoffizier

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